Eine anwaltliche Erstberatung ist der einfachste erste Schritt. Sie dauert meist eine Stunde und beantwortet die Frage, die die meisten am meisten beschäftigt: Was kann ich überhaupt tun?
Was eine Erstberatung im Familienrecht bringt
Nach einem Gespräch mit einem Familienrechtler wissen Sie drei Dinge, die Sie vorher nicht wussten:
Erstens, welches Recht auf Ihre Situation anwendbar ist. Bei Familien mit Bezug zur Türkei ist das nicht immer klar. Deutsches oder türkisches Recht? Welches Gericht ist zuständig? Das hängt davon ab, wo die Beteiligten leben, wo geheiratet wurde, wo die Kinder sind.
Zweitens, welche konkreten Ansprüche Sie haben — oder gegen Sie bestehen könnten.
Drittens, ob eine außergerichtliche Einigung möglich ist. Die meisten Familienrechtler sagen Ihnen ehrlich, ob ein Anruf beim Anwalt der Gegenseite mehr bringt als ein Gerichtsverfahren.
Was kostet eine Familienrecht-Beratung in Mannheim?
Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) begrenzt die Erstberatungsgebühr auf maximal 190 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Viele Anwälte verlangen weniger. Es lohnt sich, vorher anzurufen und zu fragen.
Wenn Sie wenig verdienen, haben Sie möglicherweise Anspruch auf Beratungshilfe. Mit einem Beratungshilfeschein — ausgestellt vom Amtsgericht Mannheim — zahlen Sie beim Anwalt nur 15 Euro. Voraussetzung ist, dass Ihr Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt und Sie keine Rechtsschutzversicherung haben, die die Kosten deckt.
Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, rufen Sie vor dem Anwalttermin bei Ihrer Versicherung an. Erstberatungskosten sind häufig inbegriffen.
Die häufigsten Familienrechtsthemen in Mannheim
Scheidung und Trennung. Das klassische Thema. Wichtig dabei: die Scheidung selbst ist oft der unkompliziertere Teil. Was die meisten Paare länger beschäftigt, sind die Folgen — Unterhalt, Wohnung, Vermögen, Kinder.
Kindesunterhalt. Der Kindesunterhalt richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle. Das klingt einfach, wird aber schwierig, wenn der zahlungspflichtige Elternteil in der Türkei lebt oder wechselnde Einkommen hat.
Unterhalt und Vermögen. Nach der Trennung entstehen häufig Fragen zu laufenden Zahlungen, Ehewohnung, Konten und Vermögenswerten. Besonders bei Türkei-Bezug muss geprüft werden, welches Gericht zuständig ist und welches Recht angewendet wird.
Ehegattenunterhalt. Nicht automatisch. Ob und wie viel Unterhalt nach der Scheidung gezahlt werden muss, hängt von Ehedauer, Erwerbstätigkeit und gemeinsamen Kindern ab.
Was bei türkisch-deutschen Familien oft anders ist
Das ist ein Punkt, der in vielen allgemeinen Ratgebern untergeht. Wenn Ihre Familie einen Bezug zur Türkei hat — Staatsangehörigkeit, Wohnort, Immobilien, Rentenpunkte — können sich die Fragen deutlich verschieben.
Typische Konstellationen, die uns in der Kanzlei oft begegnen:
Ein Partner lebt in der Türkei und zahlt keinen Unterhalt. Was hilft dann: ein deutsches Urteil plus Tenfiz-Verfahren in der Türkei, oder direkt eine Klage in der Türkei? Beides hat Vor- und Nachteile.
Die Scheidung ist in Deutschland durch, aber in der Türkei gilt man noch als verheiratet. Das Tanıma-Tenfiz-Verfahren löst das — aber es kostet Zeit und Geld.
Die Scheidung betrifft Vermögen in der Türkei. Dann stellt sich die Frage, ob ein deutsches Urteil ausreicht oder ob ein türkisches Verfahren nötig wird. Gerade Immobilien und Bankkonten müssen früh in die Strategie einbezogen werden.
Wann man nicht warten sollte
Es gibt Situationen, in denen jede Woche zählt. Wenn der andere Elternteil mit dem Kind verreisen will. Wenn Sie seit Monaten keinen Unterhalt bekommen und über Rückforderungen nachdenken. Wenn Sie eine Kündigung der Ehewohnung bekommen haben und nicht sicher sind, ob die rechtmäßig ist.
Eine Erstberatung schafft Klarheit. Das hilft — auch wenn danach kein Gerichtsverfahren folgt.
Familienrecht-Erstberatung in Mannheim
Sie haben eine Frage zum Familienrecht — besonders mit türkischem Bezug? Wir beraten auf Deutsch und Türkisch.


